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Orientierung Beobachtungen

Flucht vor dem Lockdown – Mein spontanes Abenteuer in Mexiko

Von Marcel & Tanja Veröffentlicht am 5. November 2020 Aktualisiert am 28. Januar 2026 3 Min. Lesezeit

Skulptur am Strand in Mexiko, symbolisch für Freiheit und Natur.
Reiseziel Mexiko
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„Scheiss drauf – das Leben ist zu kurz.“

Ich gebe es zu:
Mich konnte die Corona-Krise nicht vom Reisen abhalten.

Klug war das vermutlich nicht.
Aber es war eine Erfahrung, die sich eingebrannt hat.

Anfang 2020 war alles vorbereitet. Zwei Monate Asien. China, Nordkorea, Vietnam, Kambodscha. Job gekündigt. Wohnung gekündigt. Flüge gebucht. Züge geplant. Visa im Pass. Eine dieser Reisen, bei denen man das Gefühl hat: Jetzt oder nie.

Dann kam Corona.
Und mit ihm das Ende jeder Planung.


Vom Aufbruch zur Leerstelle

Im Dezember 2019 tauchten erste Meldungen über ein Virus in China auf. Man nahm es nicht ernst. Niemand tat das.
Ein paar Wochen später schlossen Grenzen. Erst in Asien, dann überall.

China zu.
Nordkorea zu.
Vietnam zu.
Europa zu.

Was blieb, war nichts.
Keine Reise. Kein Job. Keine Wohnung.

Am 16. März ging die Schweiz in den Lockdown. Wer noch heimwollte, musste sich beeilen. Ich hingegen stand vor einer anderen Frage:
Bleiben – oder verschwinden?


Plan B existiert manchmal wirklich

Asien fiel weg. Europa ebenso. Südamerika folgte kurz darauf. Die USA setzten die Schweiz auf die rote Liste – eine Woche vor meinem geplanten Abflug.

Während Fluggesellschaften ihren Betrieb fast komplett einstellten und das EDA begann, gestrandete Schweizer zurückzuholen, suchte ich weiter nach einem offenen Land.

Und dann blieb eines übrig.

Mexiko.

Keine Tests.
Keine Quarantäne.
Keine Einreisebeschränkungen.

Und: Noch Direktflüge ab Zürich.

Ich hatte 48 Stunden Zeit.
Meine Sachen waren ohnehin eingelagert. Mein Rucksack gepackt. Die Alternative wäre Stillstand gewesen – in einem Land, das gerade aufgehört hatte, sich zu bewegen.

Also los.


Der stillste Abflug meines Lebens

Der Weg von Bern nach Zürich fühlte sich an wie ein Filmset nach Drehschluss. Leere Züge. Keine Kontrolle. Keine Gespräche.

Der Flughafen Zürich war gespenstisch.
Keine Schlangen. Keine Eile. Keine Stimmen.

Beim Security-Check hatte man Zeit – sehr viel Zeit. Am Gate warteten vielleicht zwanzig Menschen. Keine Urlaubsstimmung. Eher Abschied.

Der Flieger hob ab.
Und mit ihm jede Form von Gewissheit.


Ankommen in einer anderen Realität

Cancún empfing mich ohne Fragen.
Kein Fiebermessen. Kein Formular. Kein Hinweis.

Normalerweise ist dieser Flughafen ein einziger Lärmpegel. Jetzt war er leer. Still. Fast höflich.

Ich wusste nicht, wie lange ich bleiben würde. Ob ich zurückkonnte. Oder wann.
Aber ich wusste eines: Wenn feststecken, dann hier. In Wärme. Mit Raum. Mit Bewegung.


Fazit

Reisen während einer Pandemie ist kein Vorbild.
Keine Empfehlung. Keine Heldengeschichte.

Aber es war real.

Ich habe gelernt, dass Pläne wertlos sind, wenn sich die Welt entscheidet, anders zu funktionieren.
Dass Sicherheit oft nur eine Annahme ist.
Und dass Entscheidungen, die sich im Moment falsch anfühlen, später manchmal die ehrlichsten sind.

Ich würde es nicht jedem raten.
Aber ich bereue es nicht.

Manchmal bleibt nur ein Gedanke:

Scheiss drauf – das Leben ist zu kurz.


🟦 Infobox – Reiseabschnitt Corona & Aufbruch

Zeitraum: Frühjahr 2020
Ausgangslage: Job & Wohnung gekündigt
Ursprüngliche Route: Asien (abgesagt)
Alternative: Mexiko
Besonderheit: Reisen während globalem Lockdown
Gefühl: Unsicherheit, Freiheit, Leere

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