Abidjan – Visum, Verkehr und eine Einladung zum Tabaski
Abidjan empfängt mit Kultur und Chaos. Visum für Ghana besorgt, zu Tabaski eingeladen – nur der Verkehr steht still.

Abidjan ist die Wirtschaftshauptstadt und grösste Stadt der Elfenbeinküste. Und diesmal war schnell klar: Das Ganze bitte ohne Scooter. Der Verkehr hier ist nämlich nicht einfach dicht. Er wirkt eher, als hätte jemand alle Fahrzeuge der Stadt gleichzeitig losgeschickt und danach die Verkehrsregeln gelöscht.
Schon bei der Ankunft fällt diese Energie auf. Abidjan ist laut, voll, lebendig und ständig in Bewegung. Märkte, Autos, Busse, Motorräder, Menschen, Strassenstände, Musik, Gerüche, Hupen – alles gleichzeitig. Eine Stadt, die nicht fragt, ob man bereit ist. Sie legt einfach los.
Trotzdem hat Abidjan etwas. Die Stadt ist ein Mix aus französischen Einflüssen, westafrikanischem Alltag und ivorischer Kultur. Modern und chaotisch, freundlich und anstrengend, spannend und manchmal schlicht zu viel. Genau die Art Ort, an dem man nach ein paar Stunden merkt: schön entspannt wird das hier nicht, aber langweilig definitiv auch nicht.
Der eigentliche Grund für unseren Besuch war allerdings deutlich praktischer: Wir brauchten das Visum für Ghana. Und überraschenderweise lief das recht schnell und unkompliziert. Sogar der Konsul sprach mit uns über unsere Tour. Ganz glauben wollte er uns offenbar nicht, dass wir wirklich bis nach Südafrika fahren wollen. Fairerweise klingt es auch etwas nach einem Plan, den man bei einem Bier zu viel erfunden hat.
Ganz ohne Zusatzrunde ging es aber natürlich nicht. Das Protokoll verlangte, dass wir eine feste Wohnadresse in der Elfenbeinküste vorweisen konnten. Also weiter zur Polizei. Dort bekamen wir die nötige Bescheinigung, und danach landete das Ghana-Visum relativ schnell im Pass. Für westafrikanische Bürokratie war das fast schon verdächtig effizient.
Nebenbei wurden wir auch noch zum Tabaski-Fest eingeladen, dem Eid al-Adha oder Opferfest. Einer der wichtigsten muslimischen Feiertage und ein grosses Familienfest. Eine Einladung, die uns wieder einmal zeigte, wie schnell man unterwegs in Situationen gerät, die man vorher nicht planen kann.
Abidjan war für uns damit kein gemütlicher Stadtstopp. Eher ein intensiver Zwischenhalt aus Verkehr, Papierkram, überraschend freundlicher Bürokratie und einer Einladung, die hängen bleibt. Nicht einfach, nicht ruhig, aber ziemlich lebendig.
te Familie.
Steckbrief
- Ort
- Abidjan, Elfenbeinküste
- Erlebnis
- Visum-Besorgung und Einladung zum Tabaski-Fest in Abidjan
- Kontrast
- Lebendige Märkte und Strassenkunst treffen auf Dauerstau
- Tipp
- Für Ghana-Visum Wohnadressbescheinigung bei der Polizei holen
- Was bleibt
- Die Begegnung mit dem Konsul und die Einladung zum Opferfest
- Bereist
- Juni 2023