Von Korfu nach Rimini – Fähre, Termoli und Hitzeprogramm
Termoli war ruhig und bilderbuchhaft, Rimini voller Liegestühle und Hitze – zwei sehr unterschiedliche italienische Stopps.

Unser kleines, aber feines Hotel auf Korfu hatten wir bewusst in der Nähe des Fährhafens gewählt. Der Plan war einfach: möglichst unkompliziert weiterkommen. Auf Reisen klingt das immer nach einer guten Idee, bis man merkt, dass unkompliziert meistens trotzdem aus Bus, Fussweg, Hitze, Warten und einem Rucksack besteht, der plötzlich deutlich schwerer wirkt als am Vortag.
Taxis auf Korfu kosteten für knapp 3 Kilometer unglaubliche 40 Euro. Also nein. Wir nahmen den Bus. Der brachte uns zumindest in die Nähe. Den Rest liefen wir zu Fuss zum Port. Mittags. In der Hitze. Genau der Moment, in dem wir jeden gesparten Euro körperlich spürten.
Mit einer kleinen Fähre ging es zuerst zurück nach Igoumenitsa. Dort hiess es dann warten. Ein paar Stunden, bis um Mitternacht die Nachtfähre nach Brindisi ablegte. Nicht besonders glamourös, aber gut machbar. Hafen, Wartebereich, Snacks, Zeit totschlagen. Reisemodus eben.
Eine Kabine hatten wir nicht gebucht. Wir fanden aber einen Schlafplatz im Café der Fähre und schliefen tatsächlich ein paar Stunden richtig gut. Manchmal braucht es offenbar gar nicht viel: ein halbwegs ruhiger Platz, etwas Müdigkeit und die Fähigkeit, Komfortansprüche kurz auszuschalten. Die Überfahrt war dadurch angenehmer als erwartet.
In Brindisi angekommen, waren wir dann offiziell in Italien. Die Begrüssung war allerdings eher speziell. Der erste Busfahrer stauchte uns direkt einmal zusammen, der zweite machte gleich weiter. Vielleicht war das einfach der lokale Willkommensstil. Etwas ruppig, aber immerhin konsequent.
Lange blieben wir deshalb nicht. Vom Hafen ging es weiter Richtung Bahnhof und dann mit dem Zug nach Termoli. Nach Fähre, wenig Schlaf und italienischem Morgenknurren war Termoli genau richtig: weiterkommen, ankommen, durchatmen.
Termoli war angenehm überschaubar. Eine kleine Stadt am Meer, nicht zu kompliziert und gut für einen ruhigen Stopp. Wir liefen ein bisschen herum, schauten ans Wasser, assen etwas und liessen Italien nochmals neu starten. Manchmal braucht ein Land einfach eine zweite Chance nach dem ersten Hafenmoment.
Von Termoli ging es später weiter nach Rimini. Dort war Italien dann wieder in einer sehr deutlichen Version zu sehen: Meer, Hotels, Strandbars, Gelato, Verkehr, Menschen und natürlich Liegestühle. Sehr viele Liegestühle. Wenn man Rimini zum ersten Mal sieht, fragt man sich kurz, ob hier jemand das Konzept Strand einfach kopiert, eingefügt und dann fünfzigmal wiederholt hat.
Es war allerdings auch sehr heiss. Nicht so «ach schön, Sommer»-heiss, sondern eher so, dass man nach wenigen Minuten draussen automatisch langsamer läuft und sich fragt, warum Menschen überhaupt Städte gebaut haben, wenn es doch Pools gibt.
Grosses Programm fiel damit ziemlich schnell aus. Tagsüber hiess es vor allem: Pool. Nicht aus Faulheit, sondern aus Selbsterhaltung. Schatten suchen, ins Wasser, wieder raus, kurz überlegen, ob man aktiv werden sollte, dann vernünftigerweise dagegen entscheiden.
Der Strand in Rimini ist riesig, lang und organisiert. Alles hat eine Nummer, einen Bereich, eine Bar, eine Dusche, einen Sonnenschirm und vermutlich irgendwo auch noch einen zuständigen Bademeister mit Pfeife. Es ist nicht wildromantisch, aber es funktioniert. Rimini weiss sehr genau, was es ist.
Erst am Abend wurde es wieder angenehmer. Dann konnte man ans Meer, etwas laufen, sitzen, schauen und in einer Bar den Tag ausklingen lassen. Genau richtig: tagsüber Pool, abends Meer. Mehr musste Rimini in der Hitze gar nicht leisten.
Zwei Orte, die unterschiedlicher kaum hätten sein können. Termoli war ruhig, entspannt und fast schon bilderbuchhaft – mit wenigen Touristen und genau dem richtigen Tempo zum Ankommen.
Rimini war das komplette Gegenteil: lebendig, voller Menschen und mit gefühlt 150’000 Liegestühlen, die man einfach einmal gesehen haben muss. Dazu gutes Essen, eine gemütliche Strandbar und ein typisch italienisches Hotel mit Pool, der bei der Hitze Gold wert war.
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- Bereist
- Juni 2026
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