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Unterwegs in Etappen

Mit dem Bus durch Kirgistan – Das Ende naht (Teil 5)

Irgendwann kippt eine Reise.Nicht abrupt, nicht dramatisch – eher leise.

Von Marcel & Tanja Veröffentlicht am 13. November 2021 Aktualisiert am 21. Juli 2026 3 Min. Lesezeit

Kirgistan Landschaft mit Fluss und Bergen, unterwegs mit dem Bus durch die weiten Täler.
Reiseziel Kirgisistan
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Irgendwann kippt eine Reise.
Nicht abrupt, nicht dramatisch – eher leise. Man steht morgens auf und merkt: Es fühlt sich nach Rückweg an. Nicht nach Aufbruch.

Nach einem ruhigen Wochenende in Osh richte ich den Bus wieder nach Norden aus. Richtung Bischkek. Sechshundertfünfzig Kilometer liegen vor mir. Klingt überschaubar. Ist es nicht. Denn auch auf dem Rückweg bleibt Kirgistan grosszügig mit Umwegen, Eindrücken und Orten, die noch etwas wollen.


Früh raus aus Osh

Um halbwegs stressfrei aus der Stadt zu kommen, verlasse ich das Hotel um sechs Uhr morgens. Eine gute Entscheidung. Der Verkehr schläft noch, die Strassen wirken für einen kurzen Moment fast freundlich.

Erstes Ziel: Arslanbob.
Bekannt für seine Wasserfälle – und als grösstes zusammenhängendes Walnussanbaugebiet der Welt. Klingt nach einem Ort, der hängen bleibt.


Arslanbob – manchmal passt es einfach nicht

Arslanbob empfängt mich… seltsam.
Nicht schlecht, nicht gut – einfach irgendwie daneben. Vielleicht ist es der Tag, vielleicht die Erwartung. Vielleicht beides.

Ich besuche den Wasserfall. Ein Gewitter zieht auf, entscheidet sich aber dagegen. Ein paar Tropfen, mehr nicht. Zum ersten Mal auf dieser Reise habe ich das Gefühl, dass hier tatsächlich Tourismus stattfindet. Stände, Kitsch, Souvenirs. Es fühlt sich ungewohnt an.

Der Markt ist lebendig. Ich esse Lepjoschka mit Lammfleisch und Zwiebeln – eine Art kirgisischer Kebab. Einfach, fettig, hervorragend. Brot ist hier Grundnahrungsmittel. Und manchmal auch Stimmungsretter.

Trotzdem bleibe ich nicht.
Noch am selben Tag fahre ich weiter, ein paar Kilometer raus, dorthin, wo es still wird.


Draussen schlafen hilft

Abseits übernachten wirkt wie ein Reset.
Grill an, Ruhe, zwei oder drei Bier. Der Ort ist egal, die Aussicht gross. Plötzlich passt wieder alles. Manche Orte funktionieren nur, wenn man sie verlässt.


Sary Chelek – hohe Erwartungen, ehrliche Bilanz

Am nächsten Tag geht es Richtung Sary Chelek Biosphärenreservat.
Langsam. Gemütlich. Über Tash-Kömür, mit einem weiteren Kebab-Stopp – weil warum nicht.

Die Strecke ist mit 250 Kilometern überschaubar, dauert aber trotzdem über fünf Stunden. Anmelden am Parkeingang, Eintritt zahlen, weiterfahren. Die Strasse ist – für eines der touristischsten Gebiete – erstaunlich schlecht. Vom zweiten Gate nochmals dreissig bis fünfundvierzig Minuten bis zum See.

Der Sary-Chelek-See liegt auf knapp 1’900 Metern. Ruhig, grün, spiegelnd. Schön. Ohne Frage.

Aber: Ich habe auf dieser Reise zu viele aussergewöhnliche Orte gesehen. Für mich bleibt Sary Chelek korrekt – nicht mehr. Vielleicht liegt es an der Perspektive. Vielleicht am Vergleich. Vielleicht daran, dass man irgendwann gesättigt ist.

Ich hake es ab und fahre weiter.


Toktogul – ein würdiger Abschluss

Die Toktogul-Talsperre ist die grösste des Landes.
Ein riesiger Stausee, über 19 Milliarden Kubikmeter Wasser. Und diese Farbe – tiefblau, fast unrealistisch. Einer dieser Orte, die nichts erklären müssen.

Hier komme ich an. Ohne Eile. Ohne Erwartungen. Der See liegt ruhig, der Tag ebenso. Man kann baden, sitzen, schauen. Mehr braucht es nicht.

Ein guter Ort, um eine Reise langsam ausklingen zu lassen.


Fazit

Nicht jeder Abschied ist emotional.
Manche sind einfach logisch.

Dieser Abschnitt fühlt sich an wie ein sanftes Zurückkommen. Weniger Entdeckung, mehr Einordnung. Weniger Staunen, mehr Dankbarkeit.

Kirgistan hat mir auf dieser Reise nichts vorgespielt.
Und genau deshalb bleibt es.

 

 

Reiseabschnitt Osh → Arslanbob → Toktogul

Region: Süd- & Zentralkirgistan
Charakter: Rückweg, Übergang, Kontraste
Highlights: Arslanbob, Sary Chelek, Toktogul Reservoir
Fahrzeit: lang, trotz kurzer Distanzen
Übernachten: wild oder einfache Unterkünfte
Besonderheit: Abschiedsetappe mit vielen Eindrücken

 

Dieser Beitrag ist keine bezahlte Kooperation. Wir kennzeichnen gesponserte Inhalte und Kooperationen immer deutlich am Artikelanfang.

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