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Ninh Binh / Tam Coc – drei Tage runterfahren

Tam Coc liegt für uns ziemlich genau richtig auf der Strecke.

Von Marcel & Tanja Veröffentlicht am 14. März 2026 Aktualisiert am 21. Juli 2026 3 Min. Lesezeit

Vietnam | Ninh Binh / Tam Coc – drei Tage runterfahren | Beitragsbild
Reiseziel Vietnam
Vor Ort Besucht im März 2026

Tam Coc liegt für uns ziemlich genau richtig auf der Strecke. Nach den langen Etappen davor passt es einfach, hier ein paar Tage zu bleiben und etwas Tempo rauszunehmen.
Wir bleiben gleich drei Tage.

Der Ort selbst ist klein, aber ziemlich touristisch. Eine Strasse mit Restaurants, Cafés, Bars, Massagesalons, Souvenirshops. Alles ist da, alles funktioniert – aber es fühlt sich schnell austauschbar an. Vieles wirkt ähnlich, als hätte man es so schon irgendwo gesehen.

Am zweiten Tag steigen wir in eines dieser kleinen Boote. Zwei Personen vorne, hinten jemand, der rudert – mal ein Mann, mal eine Frau.
Das Boot gleitet langsam durch die Landschaft. Links Reisfelder, rechts Karstberge, die senkrecht aus dem Boden schiessen. Dazwischen ein schmaler Fluss.

Die Tour führt durch drei Höhlen. Kurz dunkel, kurz kühl, dann wieder Licht. Dazwischen immer wieder Stopps, bei denen versucht wird, etwas zu verkaufen. Getränke, Stickereien, kleine Souvenirs. Freundlich, aber bestimmt.

Es ist schön. Keine Frage.
Aber man ist selten allein.

Die anderen Tage lassen wir es bewusst ruhiger angehen. Wir trinken Kaffee, fahren mit dem Roller oder Fahrrad ein Stück raus aus dem Zentrum. Und sofort fühlt es sich anders an. Ein paar Minuten ausserhalb wird es stiller, weniger Menschen, mehr Landschaft.
Und auch der Roller bekommt seine wohlverdiente Behandlung – eine Dusche in der Waschanlage, sorgfältig von zwei Frauen gemacht. Dazu Ölwechsel und Kettencheck.

Am dritten Tag haben wir uns daran gewöhnt. An die Boote, an die Besucher, an dieses leichte Gefühl von „Inszenierung“.

Tam Coc ist kein Geheimtipp. Marcel‘s Drohnenaufnahmen zeigen dies klar.
Aber die Landschaft funktioniert trotzdem.
Man muss nur wissen, dass man sie sich teilt.

Und trotzdem bleibt ein komisches Gefühl.

Ninh Binh gehört inzwischen zu den meistbesuchten Orten in Vietnam.
Die Entwicklung der letzten Jahre ist ziemlich extrem: 2015 waren es noch rund 5 Millionen Besucher, 2019 schon über 7 Millionen – und inzwischen liegt man bei bis zu 15 Millionen pro Jahr.

Man merkt vor Ort, dass alles darauf ausgelegt ist, dass es noch mehr werden.

Man fragt sich unweigerlich, wo das hinführen soll.
Noch mehr Boote auf dem Wasser? Noch mehr Menschen auf den Aussichtspunkten?

Nicht nur auf dem Wasser, auch am Dragon Viewpoint wird es spürbar. Die Stufen sind voll, oben drängen sich die Menschen für Fotos. Es ist schwer vorstellbar, dass es noch mehr werden kann – und gleichzeitig scheint genau das das Ziel zu sein.

Das ist die Schattenseite: Overtourism.

Und trotzdem war es ein wertvoller Stopp.
Die Landschaft ist beeindruckend, keine Frage. Und einiges bleibt positiv hängen: die Begegnungen, das Lachen, die vielen kleinen Momente.

Was uns besonders aufgefallen ist: Der Grossteil der Besucher sind Vietnames:innen selbst (laut Internet sind es sogar 85% Vietnames:innen und „nur“ 15% Internationale Gäste).
Vielleicht macht genau das den Unterschied. Die Stimmung ist herzlich, oft neugierig, manchmal einfach lustig.

Diese Mischung aus Begeisterung und Überforderung – aus Schönheit und Inszenierung – macht den Ort irgendwie besonders.

Man fährt dennoch weiter mit einem gemischten Gefühl.
Und eben auch mit der Frage, wie lange das noch so funktioniert.

Wir freuen uns jetzt auf die Weiterreise.
Auf das ruhigere, weniger inszenierte Vietnam.

Wo das war

Steckbrief

Ort
tam coc horizon bungalow, Vietnam
Bereist
März 2026

Dieser Beitrag ist keine bezahlte Kooperation. Wir kennzeichnen gesponserte Inhalte und Kooperationen immer deutlich am Artikelanfang.

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