Nullarbor – 1200 Kilometer Nichts, das irgendwie alles hat
Die Nullarbor Plain ist kein Ort, den man besucht.

Die Nullarbor Plain ist kein Ort, den man besucht. Sie ist ein Test – für Geduld, Reifenprofil und das eigene Verhältnis zur Stille.
„Nullarbor“ heisst übersetzt „kein Baum“. Und das stimmt. Fast. Ein paar Sträucher haben sich verirrt, wahrscheinlich aus Trotz.
Die Strasse zieht sich schnurgerade durch die Landschaft, über 146 Kilometer ohne eine einzige Kurve – die längste Gerade Australiens. Nach einer Weile hat man das Gefühl, das Navi sei eingefroren, oder man selbst.
Der Highway hat etwas Hypnotisches: Roadtrains donnern vorbei, Emus rennen im Slalom, und Kängurus liegen meistens schon da. Irgendwo tauchen Schilder auf mit „Next Fuel 180 km“, was für unseren Trim McMudflap und seinem erweiterten Tank aber kein Problem darstellt.
Zwischendurch kommt Abwechslung:
Caiguna, Cocklebiddy, Madura – Namen, die klingen wie Pub-Quiz-Fallen, aber hier sind sie überlebenswichtig. Ein Roadhouse, ein Tank, ein Toastie – und man ist wieder Teil der Zivilisation. Zumindest kurz.
Die Nullarbor ist kein Ort für Sehenswürdigkeiten, sondern für Einsichten.
Man fährt, man denkt, man hört das Brummen des Motors – und sonst nichts.
Es ist eintönig, aber auf eine eigenartige Art auch angenehm.
Keine Ablenkung, kein Verkehr, kein Drama. Nur Strasse, Himmel und die Gewissheit, dass man irgendwann ankommt – egal, wie weit es noch ist und dass eine gerade Strasse nicht langweilig, sondern meditativ sein kann. Oder die Erkenntnis, dass ein kaltes Bier nach 500 Kilometern Schnur gerade Asphalt die Seele besser repariert als jede Achtsamkeits-App.
Steckbrief
- Bereist
- Oktober 2025