Bullara Station ist Outback pur:
Bullara Station ist Outback pur: rote Erde, Lagerfeuer und eine legendäre Burger Night, bei der 400 Burger in 45 Minuten über den Tresen gehen.

Nach mehreren Tagen unterwegs war Bullara Station kein Ort, den wir wegen einer einzelnen Sehenswürdigkeit ansteuerten. Wir wollten einen Platz für die Nacht, etwas Warmes zu essen und für ein paar Stunden nicht darüber nachdenken, wie weit es am nächsten Tag noch sein würde. Genau dafür passte die Station erstaunlich gut.
Ankommen zwischen Staub und Campingstühlen
Schon bei der Ankunft war klar, dass Bullara keine gewöhnliche Ferienanlage ist. Der Campingplatz gehört zu einer bewirtschafteten Station, und vieles wirkt entsprechend einfach und zweckmässig. Fahrzeuge stehen unter Bäumen, vor Zelten und Wohnwagen werden Stühle ausgeklappt, und irgendwo ist immer jemand damit beschäftigt, etwas zu reparieren, umzuräumen oder zu suchen.
Wir stellten unser Lager auf und mussten uns für einmal nicht lange orientieren. Es gab keinen komplizierten Plan, keine fünf verschiedenen Stellplatzkategorien und keine Diskussion darüber, ob der Blick nun seitlich oder frontal besser sei. Platz finden, aufbauen, hinsetzen. Fertig.
Nach den langen Fahrten durch Westaustralien war gerade diese Einfachheit angenehm. Der rote Staub blieb zwar auch hier ein treuer Begleiter. Er war inzwischen ohnehin so fest mit dem Auto verbunden, dass eine Trennung vermutlich nur noch gerichtlich möglich gewesen wäre.
Burgerabend statt Reiseplanung
Am Abend trafen sich viele Gäste beim gemeinsamen Essen. Der Burgerabend war weniger eine Veranstaltung als ein unkomplizierter Treffpunkt. Man stellte sich an, holte sein Essen und setzte sich zu den anderen unter freiem Himmel.
Die Gespräche drehten sich um Strassen, Fahrzeuge, Campingplätze und die nächsten Etappen. Fast alle waren auf dem Weg nach Norden oder Süden, manche seit Wochen, andere seit Monaten. Niemand musste lange erklären, warum das Auto voller Staub war oder weshalb ein funktionierender Kühlschrank plötzlich als persönlicher Erfolg galt.
Das Essen war einfach, aber genau richtig. Nach Tagen, an denen wir selbst gekocht, improvisiert oder den Inhalt der Vorratsbox neu kombiniert hatten, fühlte sich ein fertiger Burger bereits wie eine kleine organisatorische Entlastung an.
Mit zunehmender Dunkelheit wurde es ruhiger. Einige blieben noch sitzen, andere verschwanden nach und nach zu ihren Fahrzeugen. Es gab kein grosses Abendprogramm und auch keinen Grund, noch irgendwohin zu fahren. Genau das machte den Abend angenehm.
Stationsleben ohne Inszenierung
Was uns an Bullara gefiel, war weniger ein einzelner Moment als die Atmosphäre. Die Station versucht nicht, das Landleben künstlich aufzubereiten. Es gibt Tiere, Staub, einfache Gebäude und Menschen, die ihren Alltag erledigen. Besucher sind willkommen, aber der Ort wirkt nicht so, als würde er nur für sie existieren.
Zwischen den Campern entsteht schnell eine lockere Gemeinschaft. Man grüsst sich, spricht kurz über die Route oder hilft bei einer Frage. Danach geht jeder wieder seiner Beschäftigung nach. Es ist gesellig, ohne aufdringlich zu werden.
Für uns war Bullara deshalb mehr als ein reiner Übernachtungsplatz. Die Station bot eine Pause vom ständigen Weiterfahren. Kein Aussichtspunkt, der noch vor Sonnenuntergang erreicht werden musste. Keine Wanderung, die wir aus Pflichtgefühl begannen. Kein Tagesplan.
Wir sassen einfach da, assen unsere Burger und beobachteten, wie der Campingplatz langsam ruhiger wurde.
Was von Bullara bleibt
Bullara Station war kein spektakulärer Stopp. Gerade deshalb blieb er uns in Erinnerung. Nach vielen Kilometern, langen Tagen und ständig neuen Orten tat es gut, für einen Abend nur anzukommen.
Manchmal braucht es unterwegs nicht mehr als einen einfachen Stellplatz, ein gemeinsames Essen und die beruhigende Erkenntnis, dass für heute nichts mehr geplant werden muss.
Besonders in Erinnerung: die legendäre Burger Night. Alle sitzen zusammen, mampfen sich durch saftige Burger, tauschen Reisegeschichten und vergessen kurz, dass man eigentlich nur „eine Nacht“ bleiben wollte. 400 Burger werden hier in 45 Minuten serviert. Nicht schlecht.
Steckbrief
- Ort
- Exmouth Gulf, Australien
- Erlebnis
- Campingplatz mit Familien-Atmosphäre, offenen Duschen unter Sternenhimmel
- Kontrast
- Kein Luxus, dafür Lagerfeuer, Schafe und echtes Outback-Feeling
- Tipp
- Burger Night nicht verpassen – 400 Burger in 45 Minuten
- Was bleibt
- Der Wunsch, länger als eine Nacht zu bleiben
- Bereist
- September 2025