Cartagena – Spaniens entspannte Hafenstadt
Langsam musste ich wieder etwas Strecke machen.

Langsam musste ich wieder etwas Strecke machen. Also ging es für rund fünf Stunden mit dem Zug von Valencia nach Cartagena, ganz im Südosten Spaniens.
Nach Barcelona und Valencia wirkt Cartagena beinahe wie ein Dorf. Natürlich ist das völlig übertrieben – immerhin leben hier rund 220’000 Menschen. Trotzdem fühlt sich die Stadt deutlich ruhiger und entspannter an. Die Strassen sind weniger hektisch, die Plätze nicht überfüllt und man hat das Gefühl, dass hier alles ein paar Gänge langsamer läuft.
Dabei gehört Cartagena zu den ältesten Städten Spaniens. Bereits vor über 2’200 Jahren gründeten die Karthager hier ihre Siedlung, bevor später die Römer die Stadt übernahmen und zu einem wichtigen Hafen ausbauten. Noch heute findet man überall Spuren dieser Geschichte. Besonders beeindruckend ist das gut erhaltene römische Theater, das erst Ende des 20. Jahrhunderts vollständig freigelegt wurde.
Auch der Hafen prägt Cartagena bis heute. Kriegsschiffe liegen neben Yachten, Kreuzfahrtschiffe machen Halt und entlang der Promenade sitzen Einheimische und Touristen in den zahlreichen Cafés. Alles wirkt etwas gelassener als in den grossen Metropolen an der Mittelmeerküste.
Genau diese Ruhe gefällt mir. Statt Sehenswürdigkeit für Sehenswürdigkeit abzuhaken, kann man einfach durch die Altstadt schlendern, einen Kaffee trinken und das Treiben beobachten. Die Fussgängerzonen sind gepflegt, viele Gebäude wurden liebevoll restauriert und immer wieder entdeckt man kleine Plätze oder Fassaden, die an die lange Geschichte der Stadt erinnern.
Cartagena ist vielleicht nicht die spektakulärste Stadt Spaniens. Sie besitzt aber einen Charme, der nicht laut sein muss. Nach den letzten Tagen in Barcelona und Valencia war genau das die richtige Abwechslung.
Manchmal braucht es keine Weltstadt. Manchmal reicht eine Stadt, in der alles ein bisschen entspannter wirkt.
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Steckbrief
- Ort
- Cartagena, Spanien
- Bereist
- April 2023
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