Coral Bay – Von Buckelwal-Plänen zur Walhai-Begegnung
Buckelwale sagten ab, dafür kam ein Walhai – majestätisch, riesig und unvergesslich. Coral Bay wurde plötzlich groß.

Eigentlich wollten wir mit Buckelwalen schnorcheln. Riesige Flossen, Gesänge unter Wasser und einmal einem dieser Tiere direkt begegnen – zumindest ungefähr so hatten wir uns das vorgestellt.
Die Buckelwale hatten allerdings andere Pläne.
Sie waren zu weit draussen, zu scheu oder schlicht nicht in Stimmung für Besuch. Also änderte die Crew den Kurs. Statt Buckelwal hiess es plötzlich: Walhai.
Und dann war er da.
Ein riesiger, gepunkteter Körper glitt ruhig durch das Wasser. Kein hektisches Ausweichen, keine abrupten Bewegungen. Der Walhai schwamm einfach weiter, während wir versuchten, neben ihm mitzuhalten und gleichzeitig nicht zu vergessen, dass Atmen beim Schnorcheln weiterhin sinnvoll wäre.
Aus der Nähe wirkte er noch grösser. Ein Tier von der Länge eines Busses, aber mit der Gelassenheit eines Passagiers, der längst weiss, dass der Anschlusszug wartet. Jede Bewegung schien langsam, mühelos und vollkommen kontrolliert.
Wir paddelten neben ihm her, so gut es ging. Ehrfürchtig, etwas überfordert und ziemlich sprachlos. Es war eines dieser Erlebnisse, bei denen die Kamera plötzlich weniger wichtig wird, weil man zuerst verstehen muss, was da gerade neben einem durchs Wasser zieht.
Zurück in Coral Bay wirkte der Ort wieder so klein wie zuvor. Ein Campingplatz, ein paar Cafés, ein Strand und nicht besonders viel, das nach grossem Abenteuer aussieht.
Für uns hatte sich der Ort trotzdem verändert.
Auf dem Ticket standen Buckelwale. Bekommen haben wir den grössten Fisch der Welt.
Kein schlechter Plan B.
Steckbrief
- Ort
- Coral Bay, Australien
- Erlebnis
- Schnorcheln mit einem Walhai statt Buckelwalen
- Kontrast
- Verschlafenes Dorf, gigantische Begegnung unter Wasser
- Was bleibt
- Die Ehrfurcht vor dem größten Fisch der Welt
- Bereist
- September 2025