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Fazit China – komplizierter Ruf, überraschend einfaches Reisen

China hat uns in vielerlei Hinsicht überrascht.

Von Marcel & Tanja Veröffentlicht am 26. April 2026 Aktualisiert am 28. Juli 2026 4 Min. Lesezeit

China | Shanghai – geschniegelt, glänzend und fast schon zu einfach | 03
Reiseziel China
Reise Fazit · Geschichte 3 von 5
Vor Ort Besucht im April 2026

China hat uns in vielerlei Hinsicht überrascht. Wir haben ein Land erwartet, das spannend, intensiv und teilweise herausfordernd ist – und genau das war es auch. Aber gleichzeitig war vieles deutlich einfacher, moderner und angenehmer, als wir gedacht hätten.
Unsere Reise führte uns einmal quer durch sehr unterschiedliche Welten: vom futuristischen Shanghai über das fast schon übermorgen wirkende Shenzhen, vom eher nüchternen und für uns überraschend wenig packenden Peking bis ins entspanntere Chengdu mit Parks, Pandas und deutlich mehr Lebensgefühl. In Xi’an standen wir plötzlich mitten in einer der grossen alten Hauptstädte Chinas – mit Stadtmauer, muslimischem Viertel und natürlich der Terrakotta-Armee, die auch dann beeindruckt, wenn man sie schon hundertmal auf Bildern gesehen hat. In Yangshuo wurde China grün, ruhig und fast märchenhaft, mit Karstbergen, Flüssen und Landschaft wie aus einem alten Gemälde. Chongqing wiederum war das komplette Gegenteil: riesig, hügelig, laut, dicht, futuristisch und irgendwie wie eine Stadt, die jemand in mehreren Ebenen übereinander gebaut hat. Und in Dengfeng bekam die Reise nochmals eine ganz andere Seite – mit Kung-Fu, Shaolin, Bergen und einem China, das wieder viel traditioneller wirkte.
Besonders das Reisen im Land funktioniert erstaunlich unkompliziert. Zugtickets buchten wir meistens online, zum Beispiel über Trip.com. Die Passdaten werden hinterlegt, am Bahnhof läuft alles fast wie am Flughafen mit Security-Check – nur braucht man kein klassisches Ticket mehr. Man scannt einfach den Pass, und das Ticket ist bereits damit verknüpft. Die Züge waren pünktlich, komfortabel und schnell. Fun Fact: Man kann sogar aus dem Zug McDonald’s oder Starbucks bestellen. Die Lieferung kommt dann direkt an der ausgewählten Haltestelle in den Zug. Haben wir getestet. Funktioniert. Natürlich.
Auch sonst läuft in China extrem viel über Apps. Eigentlich braucht man nur ein bis zwei davon – vor allem Alipay und/oder WeChat. Dort hinterlegt man Kreditkarte und Passdaten, bezahlt praktisch alles, bestellt Taxi oder Essen und kommuniziert wie über WhatsApp. Am Anfang wirkt das etwas einschüchternd, am Ende ist es erstaunlich simpel. Wobei: Ganz ohne kleine App-Dramen geht es auch nicht. Manchmal wird plötzlich eine ausländische Telefonnummer oder Karte nicht akzeptiert, obwohl es vorher funktioniert hat. China bleibt China – digital genial, aber nicht immer logisch.
Was uns ebenfalls überrascht hat: Wie exotisch wir als westliche Reisende fast überall wirkten. Westliche Touristen haben wir deutlich weniger getroffen, als erwartet. Wir wurden fotografiert, gefilmt oder einfach neugierig beobachtet. Das war manchmal ungewohnt, aber selten unangenehm. Viele Menschen kamen auch offen auf uns zu, sagten Hallo oder wollten kurz Kontakt aufnehmen.
Englisch wird tatsächlich kaum gesprochen. Aber mit Händen, Füssen und Übersetzungs-App kommt man erstaunlich gut durch. Und die Chinesinnen und Chinesen waren für uns viel freundlicher, offener und neugieriger, als es manche Vorurteile vermuten lassen.
Positiv überrascht haben uns auch die Sauberkeit, das Essen und die Abwechslung. Wir haben meistens sehr gut gegessen – oft besser, vielfältiger und spannender, als wir es erwartet hätten. China ist kulinarisch definitiv mehr als gebratener Reis und Glückskeks. Wobei der Glückskeks sowieso eher ein westliches Missverständnis ist.
Nach einem Monat haben wir viel gesehen: riesige Städte, moderne Technik, alte Kultur, Berge, Tempel, Pandas, Hochgeschwindigkeitszüge und Alltag, der sich oft mehr nach Zukunft anfühlte als vieles in Europa. Und trotzdem blieb das Gefühl: Das war erst ein kleiner Ausschnitt.
China ist nicht immer einfach, aber unglaublich faszinierend. Ein Land, das gleichzeitig fordert, überrascht, begeistert und manchmal komplett überrumpelt. Für eine wirklich tiefe Reise bräuchte man deutlich mehr Zeit – denn es gäbe noch so viele Orte, die wir gerne gesehen hätten.
Wir würden wiederkommen. Vielleicht für eine längere Reise. Oder zumindest für einen Stopover in Shenzhen oder Shanghai.
Unbedingt.

Unsere Top 3 Orte
Tanja — Chengdu, Shenzhen, Yangshou
Marcel — Shenzhen, Chengdu, Shanghai

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Bereist
April 2026
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