Genua – hügelig, ehrlich und ziemlich unterschätzt
Genua begeistert ohne grosse Sehenswürdigkeiten – durch Atmosphäre, Essen und freundliche Menschen.

Genua überrascht mich. Ich hätte nie gedacht, dass mich ausgerechnet diese hügelige Hafenstadt von den bisher gesehenen Orten fast am meisten begeistert.
Genua hat nicht diese eine weltberühmte Sehenswürdigkeit, wegen der alle kommen. Kein Kolosseum, kein Eiffelturm, kein Brunnen, vor dem sich Menschen gegenseitig mit Selfiesticks erschlagen. Genua wirkt eher wie eine Stadt, die gar nicht besonders gefallen will – und genau deshalb funktioniert sie so gut.
Die Stadt zieht sich steil die Hügel hinauf, unten der Hafen, darüber ein Gewirr aus engen Gassen, alten Häusern, kleinen Plätzen und Fassaden, die schon einiges gesehen haben. Alles wirkt ein bisschen rau, ein bisschen chaotisch, aber nie langweilig. Man läuft los und weiss eigentlich nie genau, ob man gleich bei einer hübschen Kirche, einem dunklen Gässchen, einem Fischladen oder einer völlig unerwarteten Aussicht landet.
Gerade diese Altstadt hat etwas. Eng, verwinkelt, manchmal fast etwas düster, aber voller Leben. Wäsche hängt über den Gassen, Roller stehen im Weg, irgendwo riecht es nach Kaffee, Meer, Frittieröl oder allem gleichzeitig. Genua ist keine glattpolierte Postkartenstadt. Eher eine, die einem ein bisschen schräg anschaut und sagt: Nimm mich halt so, wie ich bin.
Und das macht sie sympathisch.
Natürlich sind die Hügel nicht zu unterschätzen. In Genua geht es gefühlt entweder bergauf oder bergab. Geradeaus scheint hier eher ein theoretisches Konzept zu sein. Dafür wird man immer wieder mit Ausblicken belohnt: über Dächer, Hafen, Meer und diese dichte Stadt, die sich zwischen Wasser und Hang geklemmt hat, als hätte jemand beim Städtebau ein bisschen zu ehrgeizig Tetris gespielt.
Vielleicht gefällt mir Genua gerade deshalb so gut. Weil es nicht versucht, perfekt zu sein. Weil es Geschichte hat, aber nicht damit angibt. Weil es schön ist, ohne ständig schön sein zu wollen. Und weil man hier das Gefühl hat, noch eine echte Stadt zu sehen – nicht nur eine Kulisse für Touristen.
Genua war für mich eine echte Überraschung. Keine Liebe auf den ersten Prospekt, aber definitiv eine Stadt, die hängen bleibt.
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Steckbrief
- Ort
- Genoa, Italien
- Erlebnis
- Eine hügelige Stadt ohne grosse Sehenswürdigkeiten, die trotzdem begeistert.
- Tipp
- Einfach herumspazieren und die Atmosphäre geniessen.
- Was bleibt
- Das Essen, die freundlichen Leute und die entspannte Stimmung.
- Bereist
- März 2023
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