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Gibraltar – ein britischer Fels vor Spanien

Gibraltar ist ein spezieller Ort.

Von Marcel & Tanja Veröffentlicht am 18. April 2023 Aktualisiert am 21. Juli 2026 2 Min. Lesezeit

Gibraltar | Gibraltar – ein britischer Fels vor Spanien | Beitragsbild
Reiseziel Gibraltar
Vor Ort Besucht im April 2023

Gibraltar ist ein spezieller Ort. Geografisch hängt das Gebiet an Spanien, politisch gehört es als britisches Überseegebiet jedoch zum Vereinigten Königreich. Hinter der Grenze ändern sich Sprache, Strassenschilder und Währung beinahe auf wenigen Metern. Bezahlt wird mit Gibraltar-Pfund oder britischen Pfund. Der Euro wird zwar vielerorts akzeptiert, beim Wechselkurs sollte man aber besser kurz hinschauen.

Wer zu Fuss von Spanien einreist, überquert direkt nach der Grenzkontrolle die Start- und Landebahn des Flughafens. Schranken sperren den Weg, sobald ein Flugzeug startet oder landet. Für Autos und Motorräder ist diese ungewöhnliche Passage inzwischen Geschichte: Sie werden seit 2023 durch einen Tunnel unter dem Flughafengelände geführt.

Bekannt ist Gibraltar hauptsächlich wegen des «Rock», eines 426 Meter hohen Kalksteinfelsens, der schon von weitem aus der flachen Umgebung ragt. Auf dem Upper Rock leben rund 250 Berberaffen. Sie bilden die einzige freilebende Affenpopulation Europas und haben gelernt, dass offene Taschen häufig interessanter sind als die Landschaft.

Die Aussicht vom Felsen ist tatsächlich stark. Unter uns liegen Gibraltar, der Hafen und die spanische Küste. Auf der anderen Seite der Meerenge taucht das afrikanische Festland auf. Zum ersten Mal sehe ich Afrika – nur rund 24 Kilometer entfernt und trotzdem noch auf einem anderen Kontinent.

Der Rock ist aber nicht nur Aussichtspunkt und Affengehege ohne Zaun. Er ist eine gewaltige Festung. Rund 55 Kilometer Tunnel durchziehen den Felsen, angelegt und erweitert während verschiedener Belagerungen und besonders im Zweiten Weltkrieg. Dazwischen stehen Kanonen, Geschützstellungen und weitere Überreste der britischen Militärgeschichte. Gibraltar wirkt stellenweise, als hätte jemand einen Berg ausgehöhlt und anschliessend vergessen, die Artillerie wegzuräumen.

Ebenfalls im Felsen liegt die St. Michael’s Cave. Die natürliche Tropfsteinhöhle wurde während des Zweiten Weltkriegs als Notfallspital vorbereitet, aber nie dafür genutzt. Heute ist ihre grosse Haupthalle beleuchtet und dient sogar als Auditorium. Ein eigenartiger Abschluss für einen Ort, an dem sich Flughafen, Affen, Höhlen und Militärgeschichte auf gerade einmal wenigen Quadratkilometern zusammendrängen.

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April 2023
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