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Beobachtungen

Gorillas, Dschungel und die Magie Gabuns – Eine Reise ins grüne Herz Afrikas

Von Marcel & Tanja Veröffentlicht am 16. August 2023 Aktualisiert am 18. Januar 2026 3 Min. Lesezeit

Gorilla im dichten Regenwald Gabuns, umgeben von grünen Blättern.
Reiseziel Gabun

Gabun ist kein Ort, an dem man einfach ankommt. Es ist eher ein Zustand, in den man langsam hineingerät. Weniger Willkommen, mehr Übergang. Dschungel, der dicht macht. Flüsse, die nicht erklären, wohin sie fliessen. Ein Land, das sich nicht anbiedert und auch keine Abkürzungen kennt.

Der Moukalaba-Doudau National Park ist kein Ort, den man besucht. Er lässt einen hinein.
Langsam, widerwillig, ohne Garantie.

Ich war im August hier. Regenzeit. Der Wald wirkte schwerer, dichter, präsenter. Alles war grün, feucht, lebendig – und näher, als mir manchmal lieb war. Gabun fühlte sich nicht an wie ein Reiseziel, sondern wie ein Raum, in dem man sich erst zurechtfinden muss.

Der Regenwald dominiert alles. Er ist laut und still zugleich, bewegt sich permanent und wirkt doch unbeirrbar. Wege sind eher Vorschläge. Geräusche kommen aus Richtungen, die man nicht einordnen kann. Ich habe schnell gemerkt, dass man hier langsamer wird. Nicht aus Vorsicht, sondern weil der Ort es verlangt.

Schon vor dem eigentlichen Trekking waren die Gorillas plötzlich da. Nicht sichtbar, aber spürbar. In den Bäumen nahe beim Camp. Bewegung, Geräusche, ein kurzes Innehalten des Waldes. Dass sie sich so nah zeigen, gilt als eher selten. Für mich fühlte es sich weniger wie ein Privileg an, mehr wie eine stille Warnung: Du bist hier nur Gast.

Die Begegnung selbst hatte klare Grenzen. Eine Stunde. Nicht länger. Kein Verhandeln. Keine zweite Runde.
Und das war gut so.

Als ich den Gorillas schliesslich gegenüberstand, war das kein Höhepunkt im klassischen Sinn. Kein grosses Staunen, kein inneres Feuerwerk. Es war ruhig. Konzentriert. Ein junger Gorilla war dabei, verspielt, neugierig, fast beiläufig. Kein Drama, kein Pathos. Nur ein kurzer Einblick in etwas, das ohne mich genauso existiert hätte.

Der Blick eines Gorillas ist schwer zu beschreiben, ohne kitschig zu werden. Er ist nicht bedrohlich. Aber auch nicht freundlich. Eher prüfend. Als würde er entscheiden, ob man überhaupt relevant ist. Nähe ohne Annäherung. Für eine Weile war ich nicht Beobachter, sondern Teil eines Raums, der mich eigentlich nicht braucht.

Nach der Stunde zogen wir uns zurück. Ohne Abschluss, ohne grosses Gefühl von „fertig“. Der Wald schloss sich wieder. Als wäre nichts gewesen.

Was bleibt, ist kein Bild, das man zeigen möchte. Eher ein Gefühl, das sich festsetzt. Etwas zwischen Ehrfurcht und Unbehagen. Die Erkenntnis, wie ähnlich wir uns sind – und wie wenig Recht wir haben, hier zu sein.

Gabun schützt viel. Nicht perfekt, nicht widerspruchsfrei, aber spürbar. Grosse Flächen sind Nationalparks, vieles bleibt absichtlich unzugänglich. Und genau das macht den Ort glaubwürdig. Schönheit, die jederzeit verfügbar ist, verliert schnell an Bedeutung.

Ich bin nicht mit Antworten gegangen. Auch nicht mit dem Wunsch, alles gesehen zu haben. Gabun funktioniert anders. Es gibt nichts abzuhaken. Ich habe das Land mit mehr Respekt als Gewissheit verlassen. Und mit der leisen Hoffnung, dass es sich nicht zu sehr verändert.

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