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Malawi – zurück ins ungeschönte Afrika

Nach zwei Monaten an eher touristischen Orten bin ich nun in Malawi angekommen.

Von Marcel & Tanja Veröffentlicht am 10. Oktober 2023 Aktualisiert am 21. Juli 2026 3 Min. Lesezeit

Malawi | Malawi – zurück ins ungeschönte Afrika | Beitragsbild
Reiseziel Malawi
Vor Ort Besucht im Oktober 2023

Nach zwei Monaten an eher touristischen Orten bin ich nun in Malawi angekommen. Und irgendwie fühlt es sich an wie ein Wechsel zurück in ein ungeschönteres, direkteres Afrika. Die Strassen werden rauer, die Touristen weniger, und die Kinder begrüssen einen wieder mit einer Freude und einem enthusiastischen Winken, das man nicht inszenieren kann.

Versteht mich nicht falsch: Safaris in Südafrika, Namibia, Botswana und Simbabwe sind absolut grossartig. Ich liebe diese Länder, die Nationalparks, die Tierwelt und die Landschaften. Aber vieles dort ist stark organisiert, touristisch gut erschlossen und stellenweise fast schon komfortabel. Malawi fühlt sich anders an. Weniger glatt, weniger perfekt vorbereitet, dafür unmittelbarer.

Malawi ist ein kleines Land im südlichen Afrika und vielleicht nicht so bekannt wie seine grossen Nachbarn. Aber genau das macht es spannend. Man erwartet vielleicht nicht viel – und merkt dann schnell, dass dieses Land mehr zu bieten hat, als man auf den ersten Blick denkt.

Der Malawisee ist dabei natürlich das grosse Highlight. Er ist so riesig, dass er eher wie ein Meer wirkt. Wasser bis zum Horizont, Fischerboote, kleine Dörfer am Ufer und ein Alltag, der stark mit diesem See verbunden ist. Der Malawisee ist nicht nur schön, sondern einer der grössten Süsswasserseen Afrikas und Lebensgrundlage für zahlreiche Fischergemeinden. Für viele Menschen hier ist er nicht Sehenswürdigkeit, sondern Alltag, Arbeit, Nahrung und Zuhause.

Aber Malawi besteht nicht nur aus See. Es gibt Wasserfälle, Berge, grüne Landschaften und Nationalparks, die deutlich weniger überlaufen sind als viele bekannte Safari-Gebiete im südlichen Afrika. Der Liwonde Nationalpark und der Nyika Nationalpark gehören zu diesen Orten, die man nicht sofort auf jeder klassischen Reiseroute findet. Und genau das macht sie interessant. Weniger Show, weniger Kolonne von Safarifahrzeugen, mehr Ruhe.

Natürlich sieht man auch die Herausforderungen. Malawi ist eines der ärmeren Länder der Region, und Armut, begrenzte Ressourcen sowie Probleme im Bildungs- und Gesundheitssystem sind sichtbar. Das kann man nicht einfach ausblenden, nur weil der See schön ist und die Menschen freundlich sind.

Und trotzdem beeindruckt genau das: die Stärke der Menschen. Die Freundlichkeit. Die Lebensfreude. Dieses Weitermachen, obwohl vieles nicht einfach ist. Man merkt schnell, dass Malawi nicht mit grossen Gesten überzeugen muss. Es kommt leiser daher, ehrlicher vielleicht, und bleibt genau deshalb hängen.

Also ja: Malawi mag klein sein. Aber es hat Tiefe. Einen riesigen See, viel Landschaft, starke Menschen und eine Atmosphäre, die sich deutlich anders anfühlt als die touristischeren Stationen davor.

Für mich war Malawi kein Land der grossen Show. Eher eines, das einem langsam zeigt, warum es den Spitznamen „The Warm Heart of Africa“ trägt.

Wo das war

Steckbrief

Ort
Malawi
Bereist
Oktober 2023
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