Marseille – Rau, lebendig und näher am Alltag
Marseille hat einen Ruf.

Marseille hat einen Ruf.
Als zweitgrösste Stadt Frankreichs taucht sie regelmässig in Berichten über Kriminalität auf. Vor meiner Ankunft hatte ich deshalb unterschiedliche Erwartungen – von «spannende Hafenstadt» bis «lieber gut aufpassen».
Vor Ort sah die Realität deutlich unspektakulärer aus.
Während meines Aufenthalts fühlte ich mich nie unsicher. Natürlich ersetzt eine persönliche Erfahrung keine Statistik, aber von den Schlagzeilen bekam ich im Alltag nichts mit.
Was mir hingegen sofort auffiel: Marseille wirkt rauer als viele andere französische Städte. An manchen Ecken ist es schmutziger, Fassaden sind weniger geschniegelt und nicht alles scheint für Touristinnen und Touristen herausgeputzt worden zu sein.
Genau das verleiht der Stadt aber auch Charakter.
Das Leben spielt sich rund um den Alten Hafen ab. Hier treffen sich Einheimische und Besucher, Boote legen an und ab, Restaurants füllen sich und Strassenkünstler sorgen für Unterhaltung. Von dort aus lässt sich die Stadt gut zu Fuss erkunden.
Zu den eindrucksvollsten Bauwerken gehört für mich die Kathedrale von Marseille, die Cathédrale La Major. Mächtig erhebt sie sich über dem Hafen und ist schon von weitem sichtbar.
Im Inneren fiel mir etwas auf, das ich in einer Kirche so noch nie gesehen hatte.
Von der Decke hängen Schiffsmodelle.
Sie erinnern an die enge Verbindung Marseilles mit dem Meer und an die lange Tradition als Hafenstadt. Dieser maritime Bezug zieht sich durch das ganze Gebäude und unterscheidet die Kathedrale von vielen anderen Kirchen, die ich bisher besucht habe.
Marseille ist vielleicht nicht die eleganteste Stadt Frankreichs.
Aber gerade ihre Ecken und Kanten machen sie interessant. Zwischen Hafen, engen Gassen und monumentalen Gebäuden wirkt sie weniger wie eine perfekt inszenierte Postkartenkulisse und mehr wie eine Stadt, in der tatsächlich gelebt wird.
Und genau das hat mir gefallen.
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Steckbrief
- Ort
- Marseille, Frankreich
- Bereist
- März 2023
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