San Sebastián – Lebensfreude mit Kalorienrisiko
San Sebastián erwischt mich völlig auf dem falschen Fuss.

San Sebastián erwischt mich völlig auf dem falschen Fuss. Ich hatte eine schöne Stadt am Meer erwartet, vielleicht gutes Essen, ein bisschen Altstadt, ein bisschen Strand. Bekommen habe ich eine Stadt, die Lebensfreude so selbstverständlich ausstrahlt, dass man fast misstrauisch werden könnte.
Hier wird nicht einfach gegessen. Hier wird Essen zelebriert. Pintxos auf der Theke, volle Bars, Menschen mit Gläsern in der Hand, Gespräche, Gelächter, Bewegung. Alles wirkt, als hätte jemand beschlossen, dass Alltag durchaus auch gut schmecken darf. San Sebastián ist damit so etwas wie das spanische Gegenstück zu Bologna. Nur mit Meerblick.
Wenn ich mehrere Wochen hier bleiben würde, müsste ich vermutlich nach Hause rollen. Und zwar nicht metaphorisch. Die Versuchung lauert an jeder Ecke: noch ein Pintxo, noch ein Glas, noch kurz in diese Bar, nur schauen natürlich. Funktioniert ungefähr so gut wie «ich esse nur eins».
Dazu kommt die Lage. Die Stadt liegt wunderschön am Meer, mit Strand, Promenade, Hügeln und einer Altstadt, in der man sich sehr leicht verlieren kann. Nicht unangenehm verlieren, eher so, dass man plötzlich wieder vor einer Bar steht und denkt: Ja gut, wenn wir schon mal hier sind.
San Sebastián fühlt sich von Anfang an gut an. Entspannt, lebendig, genussvoll, aber nicht hektisch. Eine Stadt, die nicht laut beweisen muss, wie toll sie ist. Sie stellt einfach gutes Essen hin, legt das Meer daneben und wartet, bis man es selber merkt.
Hat funktioniert.
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Steckbrief
- Ort
- San Sebastián, Spanien
- Bereist
- März 2023
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