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Upgrade auf zwei Räder – Mit dem Roller Richtung Südafrika

Das Ziel ist Südafrika.

Von Marcel & Tanja Veröffentlicht am 8. Juni 2023 Aktualisiert am 21. Juli 2026 3 Min. Lesezeit

Gambia | Upgrade auf zwei Räder – Mit dem Roller Richtung Südafrika | Beitragsbild
Reiseziel Gambia
Vor Ort Besucht im Juni 2023

Nach rund 100 Tagen mit öffentlichen Verkehrsmitteln wurde es Zeit für ein Upgrade.

Die nächsten Wochen – oder eher Monate – bin ich mit dem Roller unterwegs. Genauer gesagt mit einem kleinen, in China gebauten Modell, wie man es in Westafrika überall sieht. Unsere Gruppe ist klein, das Tempo gemütlich und das Ziel liegt weit im Süden: Südafrika.

Wann wir dort ankommen?

Keine Ahnung.

Aber genau das ist der Reiz. Wir haben die Uhr, die Afrikaner die Zeit. Und vielleicht ist es gar keine schlechte Idee, sich unterwegs eher nach Letzterem zu richten.

Die erste Etappe führte mich von Somone nach Sokone im Senegal. Rund 160 Kilometer bei bis zu 43 Grad. Auf dem Roller fühlt sich das deutlich länger an als auf der Landkarte. Der Fahrtwind hilft zwar, ersetzt aber keine Klimaanlage. Das Bier am Abend schmeckte dafür umso besser.

Am nächsten Morgen ging es bereits weiter Richtung Gambia.

Obwohl das Land fast vollständig vom Senegal umschlossen wird, fühlt sich der Grenzübertritt wie ein kleines Abenteuer an. Vor allem deshalb, weil es auf den ersten Blick aussieht, als gäbe es überhaupt kein System.

Menschen laufen kreuz und quer, Fahrzeuge stehen irgendwo dazwischen und jeder scheint genau zu wissen, wohin er muss – ausser wir.

Zum Glück wurden wir von einem Einheimischen durch den ganzen Prozess begleitet. Das machte vieles einfacher.

Zuerst musste der Roller aus dem Senegal ausgetragen werden. Den muss ich bei der Rückkehr später wieder einführen. Danach folgte der Ausreisestempel, ein paar Hundert Meter weiter der Einreisestempel für Gambia. Alles verteilt auf verschiedene Gebäude mitten im Gewusel.

Irgendwie chaotisch.

Aber irgendwie funktioniert es trotzdem.

Gerade noch rechtzeitig erreichten wir den Hafen. Die letzten paar Hundert Meter waren ein einziges Durcheinander aus Lastwagen, Autos, Motorrädern und Fussgängern. Wer wartet, verliert. Also hiess es, jede Lücke mitzunehmen, die sich irgendwie auftat.

Als Letzte schafften wir es noch auf die Fähre.

Überraschenderweise war diese deutlich moderner als erwartet. Die Überfahrt dauerte nicht lange und bot einen schönen Blick über den Fluss, bevor wir auf der anderen Seite die Fahrt fortsetzten.

Die Strassen in Gambia waren stellenweise deutlich schlechter als im Senegal. Dafür begegneten uns überall freundliche Menschen. Es wurde gewunken, gelächelt und neugierig geschaut. Diese Offenheit fällt mir in vielen afrikanischen Ländern immer wieder auf.

Die Lebensfreude wirkt hier oft direkter und spontaner als bei uns.

Auch mit dem Roller gefällt mir das Reisen ausgesprochen gut. Mit maximal knapp 50 km/h – obwohl der Tacho optimistisch bis 160 km/h reicht – nimmt man die Umgebung viel intensiver wahr. Man riecht die Landschaft, hört die Dörfer, hält spontan an und erlebt die Strecke statt nur das Ziel.

Im Moment fühlt sich das nach der perfekten Art an, Afrika zu entdecken.

Ich bin gespannt, ob ich das nach einem Monat mit täglich mehreren Stunden im Sattel noch genauso sehe.

 

Unsere Route

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Bereist
Juni 2023
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