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Marrakesch – Zwischen Faszination und Reizüberflutung

Marrakesh überwältigt mit Chaos und Schönheit zugleich – zwischen aggressiven Gauklern und stillen Riads findet man ein Mosaik der Kulturen.

Von Marcel & Tanja Veröffentlicht am 3. Mai 2023 Aktualisiert am 21. Juli 2026 3 Min. Lesezeit

Marokko | Marrakesch – Zwischen Faszination und Reizüberflutung | Beitragsbild
Reiseziel Marokko
Vor Ort Besucht im Mai 2023
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Ich sitze in einem Café am Djemaa el Fna, dem berühmten Platz in Marrakech. Vor mir türmt sich das Gewimmel auf- Agressive Schlangenbeschwörer, Gaukler, Personen die was Verkaufen und Musiker ziehen ihr Publikum in den Bann. Ich bin fasziniert und angewidert zugleich von der pulsierenden Atmosphäre der Stadt.

Ich sitze in einem Café am Djemaa el Fna und versuche, das Geschehen vor mir einzuordnen.

Es gelingt nur bedingt.

Auf dem Platz drängen sich Händler, Musiker, Gaukler, Essensstände und Schlangenbeschwörer. Menschen laufen in alle Richtungen, irgendwo trommelt jemand, von der Seite wird mir etwas angeboten und aus der nächsten Ecke kommt bereits die nächste Aufforderung, doch kurz stehen zu bleiben.

Marrakesch ist kein Ort, der sich langsam vorstellt.

Die Stadt fällt mit der Tür ins Haus.

Ich bin fasziniert von der Energie auf dem Platz und gleichzeitig abgestossen von einigen Dingen, die hier als Unterhaltung verkauft werden. Besonders die Tiere wirken weniger wie Teil einer jahrhundertealten Tradition als wie unfreiwillige Mitarbeitende in einer sehr lauten Touristenattraktion.

Der Djemaa el Fna ist beeindruckend. Entspannt ist er nicht.

Chaos mit kurzen Pausen

Auf den ersten Blick wirkt Marrakesch wild und unübersichtlich. Mopeds zwängen sich durch enge Gassen, Maultierkarren teilen sich den Weg mit Fussgängern und Händler tragen ihre Angebote mit einer Lautstärke vor, als müssten sie auch noch den nächsten Stadtteil erreichen.

Zwischendurch zeigt die Stadt aber eine andere Seite.

Hinter schweren Türen liegen ruhige Riads mit schattigen Innenhöfen. In kleinen Teestuben wird Minztee serviert, während draussen der Verkehr weiterhupt. Parks und Gärten bieten Raum, um der Medina für eine Weile zu entkommen.

Marrakesch kann ruhig sein.

Man muss diese Ruhe nur zuerst finden.

Verlaufen gehört zum Programm

Die roten Mauern umschliessen die Medina und dahinter beginnt ein Gewirr aus Gassen, Durchgängen und kleinen Plätzen. Orientierung ist hier weniger eine Fähigkeit als eine vorübergehende Hoffnung.

Die Luft riecht nach Gewürzen, Leder, Abgasen und Essen. Mopeds tauchen dort auf, wo eigentlich kaum Platz für zwei Fussgänger wäre. Hinter jeder Ecke wartet ein neuer Laden mit Lampen, Teppichen, Keramik, Lederwaren oder irgendeinem Gegenstand, den man bis vor fünf Minuten weder kannte noch benötigte.

Nach einem kurzen Gespräch mit dem Händler ändert sich das manchmal überraschend schnell.

Die traditionellen Riads bilden einen deutlichen Kontrast zu den hektischen Gassen. Von aussen oft unscheinbar, öffnen sie sich im Inneren zu kunstvoll gestalteten Höfen mit Mosaiken, Pflanzen und kleinen Brunnen. Die Stadt versteckt ihre ruhigsten Orte hinter den unauffälligsten Türen.

Eine Stadt mit vielen Schichten

Marrakesch wurde über Jahrhunderte von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, Religionen und Einflüssen geprägt. Berberische und arabische Traditionen sind ebenso sichtbar wie das jüdische Erbe der Stadt und die Spuren des französischen Protektorats.

Heute kommen internationale Hotels, Restaurants, Zugezogene und ein stetiger Strom von Reisenden hinzu.

Das Ergebnis ist kein harmonisches Postkartenmosaik, sondern eine Stadt mit vielen Schichten. Manche ergänzen sich, andere stehen nebeneinander und einige reiben sich deutlich aneinander.

Vielleicht macht genau das Marrakesch so interessant.

Die Stadt ist schön, anstrengend, faszinierend und stellenweise unangenehm. Sie bietet ruhige Innenhöfe und überfüllte Plätze, kunstvolle Architektur und aggressive Verkaufsversuche, jahrhundertealte Traditionen und einen Tourismusbetrieb, der längst Teil des Alltags geworden ist.

Marrakesch hat meine Seele nicht zum Singen gebracht.

Aber die Stadt hat dafür gesorgt, dass garantiert keine meiner Sinne unbeschäftigt blieb.

ner Zeit, in der die Welt aus den Fugen zu geraten scheint.

Wo das war

Steckbrief

Ort
Marrakech, Marokko
Erlebnis
Überwältigende Sinneseindrücke zwischen Djemaa el Fna und den engen Gassen der Medina.
Kontrast
Pulsierendes Chaos auf dem Hauptplatz trifft auf ruhige Teestuben und schattige Riad-Innenhöfe.
Tipp
Sich im Labyrinth der Altstadt treiben lassen, ohne Angst vor Verirren.
Was bleibt
Das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen in einer scheinbar chaotischen Stadt.
Bereist
Mai 2023

Häufige Fragen

Wie ist die Atmosphäre auf dem Djemaa el Fna?
Der Platz ist geprägt von einem pulsierenden Gewimmel aus Schlangenbeschwörern, Gauklern, Verkäufern und Musikern. Die Atmosphäre ist intensiv, teils aggressiv, und fasziniert und überfordert zugleich.
Ist Marrakesh nur chaotisch oder gibt es auch ruhige Orte?
Auf den ersten Blick wirkt die Stadt chaotisch und wild. Bei genauerem Hinsehen findet man aber auch geschmackvolle Teestuben und Parks, in denen man entspannen kann.
Was macht die Medina von Marrakech besonders?
Die Altstadt ist ein Labyrinth aus engen Gassen mit marokkanischen Gewürzen, Maultierkarren, Mopeds und aufgeregtem Stimmengewirr. Traditionelle Riads mit schattigen Innenhöfen und kunstvollen Mosaiken verströmen zeitlose Schönheit.
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