Über den Mereenie Loop zum Kings Canyon
Wellblechpiste vom Feinsten: endlose „Corrugations“, die Trim McMudflap in eine Art hüpfendes Känguru verwandelten.

Von Ellery Creek ging es weiter Richtung Kings Canyon – allerdings nicht über die bequeme asphaltierte Route, sondern über den Mereenie Loop.
Für die Strecke braucht man offiziell eine Genehmigung. Bekommen haben wir keine. Sie sei gerade nicht verfügbar, hiess es. Wir sollten einfach fahren. Eine erstaunlich unkomplizierte Lösung für eine Strasse, auf der man eigentlich nicht ohne Bewilligung unterwegs sein darf.
Der Mereenie Loop lieferte Wellblechpiste vom Feinsten. Kilometerlange Corrugations verwandelten Trim McMudflap in ein hüpfendes Känguru mit Dachzelt. Im Inneren klapperte alles, was nicht festgeschraubt war – und vermutlich auch einiges, das es eigentlich gewesen wäre.
Die Landschaft wechselte zwischen weiten Ebenen, rotem Gestein und trockenem Buschland. Dazwischen standen immer wieder wilde Kamele, die uns mit der vollständigen Gleichgültigkeit von Tieren betrachteten, die schon deutlich schlechtere Autofahrer gesehen haben.
Am Ende der Rüttelstrecke tauchte der Kings Canyon auf. Gewaltige rote Felswände leuchteten in der Abendsonne, als hätten sie nur darauf gewartet, dass wir endlich ankamen. Wir waren müde, durchgeschüttelt und ziemlich zufrieden.
Am nächsten Morgen stand der sechs Kilometer lange Kings Canyon Rim Walk auf dem Programm. Der beginnt ungefähr wie ein schlechter Witz: Zuerst gehst du eine steile Wand hoch. Danach wird es anstrengend.
Der erste Anstieg trägt den wenig beruhigenden Namen «Heart Attack Hill». Bereits nach wenigen Minuten war klar, dass dieser nicht von der örtlichen Tourismusorganisation erfunden worden sein konnte. Doch oben angekommen, wurde jeder einzelne Schritt belohnt.
Vor uns lag eine Landschaft, die irgendwo zwischen Grand Canyon und australischer Mondoberfläche angesiedelt war – nur mit mehr Eukalyptus und deutlich weniger Menschen als befürchtet. Die Sandsteinformationen wirkten, als hätte jemand riesige Felsblöcke sauber in Scheiben geschnitten. Tiefe Spalten und Schluchten öffneten sich links und rechts, während sich die Farben mit dem Sonnenstand ständig veränderten.
Mitten im Canyon liegt der Garden of Eden, eine schattige Oase mit Wasser, dichterer Vegetation und einer willkommenen Pause von Sonne und Felsen. Für einen Moment glaubten wir, der anstrengende Teil liege hinter uns.
Das war optimistisch.
Der Rückweg bestand aus einer erstaunlichen Anzahl von Passagen, die aussahen, als müsse man nur noch kurz um die nächste Ecke. Hinter jeder Ecke wartete eine weitere. Und danach meistens eine Treppe.
Als wir schliesslich wieder beim Auto ankamen, waren wir schweissnass, müde und ziemlich sicher, dass Trim McMudflap den Vormittag auf dem Parkplatz deutlich angenehmer verbracht hatte als wir.
Steckbrief
- Bereist
- August 2025