Mit dem grünen T4 durch Rumänien – Fluss, Felskopf und sehr gute Stellplätze
Spontan mit dem T4 durch Rumänien: Fluss, Felskopf, Dorfleben und Stellplätze, die man nicht weitersagen möchte.

Vor genau einer Woche sassen wir noch bei einer Wein-Degustation in Südafrika und haben an diesem Tag die Flüge nach Bukarest gebucht. Dachten wir zumindest, das wäre der spontane Teil der Geschichte. Dass wir eine Woche später mit einem grünen T4 durch Rumänien fahren würden, haben wir nämlich erst nach der Ankunft in Bukarest entschieden. Camper organisiert, losgefahren, passt.
Der erste Campingplatz lag direkt am Olt River. Ganz alleine, direkt am Fluss. Genau so, wie man sich das vorstellt, wenn man irgendwo in Rumänien mit einem Camper losfährt und hofft, dass die Realität ungefähr so nett ist wie die Idee im Kopf. War sie diesmal tatsächlich. Kein Lärm, kein Gedränge, nur Fluss, Natur und dieser schöne Moment, wenn man merkt: Ja, das könnte funktionieren mit uns und dem grünen T4.
Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Dubova. Die Landschaft wurde wieder spannender, die Strassen kleiner und irgendwann stand da plötzlich ein riesiger Mann im Fels. Also nicht wirklich ein Mann, aber ein riesiger Kopf im Stein. Man fährt durch die Donau-Schlucht, schaut kurz aus dem Fenster und denkt: Ah. Rumänien hat also auch Felsgesichter. Warum auch nicht.
In der Gegend bei Dubova übernachteten wir wieder. Nicht viel Programm, aber genug Landschaft, um zufrieden zu sein. Wasser, Felsen, Strassenkurven und das Gefühl, dass Rumänien langsam zeigt, was es ausser Bukarest noch so kann. Und das ist einiges.
Am nächsten Tag fuhren wir weiter durch Dörfer, in denen die Zeit stellenweise etwas langsamer läuft. Störche auf Dächern, alte Menschen am Strassenrand, kleine Häuser, Hunde, Hühner, Schlaglöcher und immer wieder diese Mischung aus charmant, schräg und leicht improvisiert. Rumänien wirkt manchmal, als hätte niemand wirklich aufgeräumt, aber genau das macht es auch interessant.
Corvin Castle schauten wir uns von aussen an. Mehr musste für uns in dem Moment auch nicht sein. Schon von aussen ist das Ding ziemlich eindrücklich. Türme, Brücke, Mauern, Mittelaltergefühl – alles da. Man steht davor, macht ein paar Fotos und kann sich gut vorstellen, dass hier früher niemand mit Rückenproblemen wohnen wollte. Viele Treppen, viel Stein, wenig Fussbodenheizung.
Danach ging es weiter Richtung Baita. Und dort fanden wir dann einen dieser Plätze, bei denen man sofort weiss: Der war gut. Richtig gut. Kein offizielles Camping-Drama, kein grosser Auftritt, einfach ein schöner Ort in der Natur, an dem alles passte. Der grüne T4 stand, wir standen daneben, schauten uns kurz um und waren uns ziemlich schnell einig: Genau wegen solchen Plätzen macht man das.
Während wir dort waren, kam noch ein Schäfer vorbei, der uns freundlich grüsste und fragte, wo wir herkommen. „Switzerland“ verstand er nicht, bei „Helvetia“ nickte er sofort. Englisch sprach er keines, dafür viel Rumänisch, und immer wieder fiel „Zurig“. Er meinte, er kenne dort jemanden und wollte, dass wir es googeln. Keine Chance – seinen Bekannten mit dem Kleidergeschäft in der Altstadt von Zürich haben wir weder gefunden noch gekannt. Vielleicht war es auch gar kein Kleidergeschäft, wer weiss.
Kein Rumänisch bei uns, kein Englisch bei ihm – trotzdem hat man sich bestens verstanden, auf seine Art.
Rumänien hatte damit nach kurzer Zeit schon geliefert. Ein etwas chaotischer Start in Bukarest, dann Flusscamping, Donau-Schlucht, Felskopf, Dorfleben, ein Schloss von aussen und am Ende ein Stellplatz, der direkt in die Kategorie «bitte nicht weitersagen» gehört. Passt. Sehr sogar.
Praktisches
- Anfahrt
- Flug nach Bukarest, Camper vor Ort organisiert
- Fahrzeug
- Grüner T4
- Zeitbedarf
- Mehrere Tage, Campingplätze am Olt River, bei Dubova und bei Baita
Steckbrief
- Ort
- Căinelu de Sus, Rumänien
- Erlebnis
- Mit einem spontan organisierten grünen T4 durch Rumänien, von Flussplätzen bis zur Donau-Schlucht.
- Kontrast
- Zwischen improvisiertem Dorfleben und perfekten Stellplätzen in der Natur, die niemand erwartet hätte.
- Tipp
- Den Stellplatz bei Baita nicht weitersagen – einer dieser Orte, bei denen einfach alles passt.
- Was bleibt
- Das Gefühl, dass Rumänien mehr kann als Bukarest und dass spontan manchmal am besten funktioniert.
- Bereist
- Juni 2026