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Von Cluj nach Turda – versunkene Kirche, Schluchtplatz und Salzmine

Versunkene Kirche nicht gefunden, dafür Salzmine mit Riesenrad unter Tage – Rumänien bleibt skurril.

Von Marcel & Tanja Veröffentlicht am 7. Juni 2026 Aktualisiert am 22. Juli 2026 3 Min. Lesezeit

Rumänien | Von Cluj nach Turda – versunkene Kirche, Schluchtplatz und Salzmine | Beitragsbild
Reiseziel Rumänien
Vor Ort Besucht im Juni 2026

Nach Cluj ging es wieder raus aus der Stadt. Ziel war zuerst eine versunkene Kirche. Das klang natürlich spannend. Kirche im Wasser, leicht mystisch, vielleicht ein bisschen dramatisch. Genau die Art von Ort, bei der man denkt: Ja, das könnte ein guter Stopp werden.

Wurde es dann eher nicht.

Die Anfahrt war schon ein kleines Abenteuer. Kleine Strassen, fragliche Wege, ein grüner T4, der wieder einmal beweisen durfte, dass er mehr kann als nur nett aussehen. Wir suchten, fuhren herum, schauten auf Karten, schauten in die Landschaft und fanden am Ende vor allem eines: keine Kirche.

Vielleicht waren wir falsch. Vielleicht war der Wasserstand falsch. Vielleicht hatte die Kirche einfach keine Lust auf Besuch. Jedenfalls blieb der Ausflug eher ein Fehlschlag. Immerhin ein Fehlschlag mit etwas Abenteuer. Auch das zählt auf Reisen ja irgendwie als Programmpunkt.

Danach ging es weiter Richtung Turda. Übernachtet haben wir an einer Schlucht in der Nähe. Der Platz war eigentlich richtig gut: Natur rundherum, viel Platz und genug Ruhe, um den missglückten Kirchenausflug schnell abzuhaken.

Also zumindest kurz.

Denn obwohl wirklich genügend Platz vorhanden war, musste sich irgendwann jemand mit seinem Wohnmobil ungefähr vier Meter neben uns hinstellen. Nicht zwanzig Meter. Nicht zehn. Vier. Man kennt es. Man steht irgendwo schön frei in der Natur, und plötzlich bekommt man Nachbarn, als wäre man auf einem überfüllten Stadtcampingplatz in der Hochsaison.

Wir schauten uns das kurz an und entschieden dann sehr erwachsen: Flucht. Ein paar hundert Meter weiter war wieder Ruhe, und der Abend war gerettet. Manchmal braucht es gar nicht viel. Nur etwas Abstand. Vor allem zu Wohnmobilen mit Kuschelbedürfnis.

Von dort aus machten wir dann den Abstecher zur Salina Turda. Eine alte Salzmine klingt erst einmal nach: gut, Loch im Boden mit Salz. Kann man machen. Vor Ort merkt man dann aber ziemlich schnell, dass das Ganze etwas grösser gedacht ist.

Man läuft durch lange Gänge, kommt immer tiefer hinein und irgendwann steht man plötzlich in einer riesigen Halle unter der Erde. Und dort unten ist nicht einfach nur Salz und Dunkelheit, sondern ein kleiner Freizeitpark. Riesenrad, Boote, Minigolf, Lichtinstallationen – alles in einer ehemaligen Mine. Rumänien wieder einmal mit der Kategorie: haben wir so auch noch nicht gesehen.

Es fühlt sich ein bisschen surreal an. Oben draussen Alltag, Autos, Dörfer, Strassen. Unten dann diese riesige unterirdische Welt, kühl, hallend und irgendwie zwischen Bergwerk, Science-Fiction-Kulisse und Familienausflug. Man schaut nach oben, sieht die Wände, die Strukturen im Salz und fragt sich kurz, wer damals gedacht hat: Ja, hier bauen wir später ein Riesenrad hin. Gute Idee.

Natürlich ist es touristisch. Sehr sogar. Aber trotzdem spannend. Nicht einer dieser Orte, bei denen man nach fünf Minuten denkt: Okay, verstanden. Die Dimensionen machen schon Eindruck, und gerade weil es so absurd kombiniert ist, bleibt es hängen.

Für uns war Salina Turda ein guter Kontrast zu den letzten Tagen draussen. Nach Stadt, Fehlversuch, Schluchtplatz mit unfreiwilliger Nachbarschaft und wilden Strassen plötzlich ein Ausflug tief unter die Erde. Kühl, schräg, überraschend und ziemlich rumänisch im besten Sinn: Man weiss vorher nicht genau, was einen erwartet, und am Ende steht man unter Tage neben einem Riesenrad und findet es irgendwie logisch.

Wo das war

Steckbrief

Ort
Cluj, Rumänien
Erlebnis
Unterirdischer Freizeitpark in ehemaliger Salzmine
Kontrast
Von gescheiterter Kirchensuche zu Riesenrad unter Tage
Tipp
In der Salina Turda Zeit einplanen, die Dimensionen sind beeindruckend
Was bleibt
Rumänien kombiniert Geschichte mit Absurdität auf eigene Art
Bereist
Juni 2026

Häufige Fragen

Ist die Salina Turda einen Besuch wert?
Ja, trotz touristischer Ausrichtung sind die Dimensionen beeindruckend. Die Kombination aus historischer Salzmine und unterirdischem Freizeitpark mit Riesenrad, Booten und Minigolf ist surreal und einzigartig.
Wo kann man in der Nähe von Turda übernachten?
An einer Schlucht bei Turda gibt es ausreichend Platz zum Freistehen. Viel Natur, ruhige Lage – allerdings kann es zu unerwünschter Nachbarschaft kommen.
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